Lehre und Praxis der "Christlichen Versammlung"

In der "Christlichen Versammlung" gibt es verschiedene lokale Ausprägungen, da es keinen Dachverband gibt, der gewisse Gemeindegrundsätze festlegt. Jede örtliche Versammlung hat deshalb mehrere Älteste oder verantwortliche Brüder, die in Verantwortung vor Gott und seinem Wort,  den Rahmen für die Gestaltung der örtlichen Gemeinde festlegen.

Im Lehrverständnis und im Gemeindeleben gehen die Brüdergemeinden in vielen Teilen mit anderen freikirchlichen Gruppierungen konform. Im Folgenden sollen daher nur die wesentlichen Unterschiede dargestellt werden.

Abendmahl

Das allsonntägliche Abendmahl – die Brüdergemeinden bezeichnen es in Anlehnung an Apg 20,7 ELB als „Brotbrechen“ – bildet traditionell das geistliche Zentrum des gemeindlichen Lebens. Die Gestaltung der Feier unterliegt keiner festgeschriebenen Liturgie, hat jedoch oft folgende Elemente: Die Gemeinde versammelt sich in aller Stille um den Abendmahlstisch, auf dem sich Brot und Wein befinden. Die beiden Substanzen des Abendmahls werden als Zeichen des Todes Jesu Christi, aber auch als „Zeichen der Liebe Gottes“ verstanden. Nicht Menschen, sondern der Heilige Geist soll die Feier gestalten. Er bewegt nach Auffassung der „Brüder“ verschiedene Männer der Gemeinde, zur Gestaltung der Feier beizutragen. So werden in nicht festgelegter Reihenfolge freie Gebete gesprochen, gemeinsam zu singende Lieder vorgeschlagen und Bibeltexte gelesen, mitunter auch kurze Ausführungen dazu gemacht.

Als „Offene“ Brüdergemeinden pflegen wir eine offene Abendmahlsgemeinschaft, zu der alle „wiedergeborenen“ Christen, auch anderer Konfessionen, eingeladen sind.

Predigt

Brüdergemeinden haben in der Regel keinen Pastor oder fest angestellten Prediger. Die Predigt halten Mitglieder der Gemeinde, die sich dazu in der Lage fühlen, ebenso wie Gastprediger. Es kommt selten vor, dass ein und derselbe Prediger an zwei aufeinanderfolgenden Sonntagen den Verkündigungsdienst versieht (sehr kleine Gemeinden ausgenommen). Man möchte so dem biblischen Grundsatz des „Priestertums aller Gläubigen“ entsprechen. Außerdem verhindere die wechselnde Predigtverantwortung die Verengung der Verkündigung auf eine einseitige Lehre. In vielen Brüdergemeinden wird nicht vorher abgesprochen, wer den Predigtdienst versieht.

Taufe

In den deutschen Brüdergemeinden wird nahezu durchweg die Gläubigentaufe – fälschlicherweise oft als Erwachsenentaufe bezeichnet – praktiziert. Hier entscheidet sich der Einzelne bewusst für den Glauben an Jesus Christus und meldet sich bei Brüdern seines Vertrauens, um getauft zu werden. 

Die Taufe findet in einem größeren Becken statt, in dem der Täufling ganz untergetaucht wird. Diese Becken befinden sich häufig im Versammlungsraum der Gemeinde; die Taufe kann aber zum Beispiel auch im Schwimmbad, in einem offenen Gewässer oder in der Badewanne einer Privatwohnung vollzogen werden.

Stellung der Frau in der Gemeinde

Nach unserem Schriftverständnis hat Gott die Leitung der Gemeindestunden ausschliesslich den Brüdern ( Männern der Gemeinde ) aufgetragen. Deshalb haben die Frauen in unseren gemeinsamen Zusammenkünften ( Gottesdiensten ) keine leitende Funktion und keinen Predigtauftrag. In der Unterweisung der Kinder und in kleineren Zusammenkünften ( Teenkreis / Jugendkreis / Hauskreis ) sind sie aber durchaus im Lehrdienst tätig.

Christliche Versammlung Eschelbach

Wir zählen uns zu den sog. "blockfreien" Gemeinden ( keinem Dachverband angeschlossen )

 

Quelle: Die Texte sind im wesentlichen entnommen und auf die Christliche Versammlung Eschelbach angepasst siehe auch ( https://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BCderbewegung )

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